Bürgerbeteiligung

Bürgerbeteiligung wird immer mehr eingefordert. Politik und Verwaltung lassen sich darauf ein, investieren Kraft und Geld, weil sie festgestellt haben: Von Bürgerbeteiligung profitiert die ganze Kommune.

Wir begleiten Kommunen, Landkreise, Unternehmen und Initiativen bei ihren Beteiligungsvorhaben und unterstützen dabei, die Akteure in Entscheidungsprozesse einzubinden. Gemeinsam entwickelte Lösungen sind effizient und tragfähig; gemeinsam gefällte Entscheidungen werden in der Umsetzung besser angenommen und genießen auch langfristig eine hohe Legitimation und Akzeptanz.

Wir passen jeden Prozess an die Bedürfnisse und Gegebenheiten vor Ort an. Bei unserer Arbeit können wir auf jahrzehntelange Erfahrung in Moderation, Beteiligung und Veranstaltungskonzeption zurückgreifen. translake ist Mitglied der Allianz für Beteiligung und des Netzwerks Bürgerbeteiligung.

Grenzenloser Badespaß bei begrenztem Budget

Michael Klinger, Bürgermeister von Gottmadingen: „Wir haben bei der Neuplanung unseres Freibads aktiv auf Bürgerbeteiligung gesetzt. Und die Bürger haben mit ihrem Wissen und ihrer Ortskenntnis die Expertise der Planer sehr gut ergänzt.“ Die Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Politik und Verwaltung habe zu einer guten Lösung geführt, die zudem innerhalb des Finanzrahmens liege. Denn: „Bürgerbeteiligung ohne finanziellen Rahmen kann jeder“. Eine kostspielige Sanierung hätte andere bereits geplante Investitionen verzögert, aber ohne Sanierung hätte das Bad schließen müssen. Dagegen hatten gut 600 Bürger protestiert. Der umfassende Bürgerbeteiligungsprozess hat dazu geführt, dass viele Gottmadinger die schwierige Entscheidung mitgetragen haben und sich nun in ihrem komplett sanierten kommunalen Höhenfreibad erfrischen können. Im Juli 2015 wurde es wiedereröffnet – rechtzeitig vor Beginn der Sommerferien!

Welche Wirkung haben wir erzielt?

Die Bauzeit konnte um ein Jahr verkürzt werden, weil die ausführliche Planung im Vorfeld den Abstimmungsaufwand während der Bauphase gesenkt hat. Vergleichbare Bädersanierungen, die auf herkömmliche Weise ohne Bürgerbeteiligung geplant werden, dauern üblicherweise ein Jahr länger.

Es stellte sich heraus, dass gut informierte und engagierte Bürger Verständnis für finanzielle Einschränkungen haben und verantwortungsbewusste Entscheidungen treffen.

Das Fazit eines Teilnehmers fasst treffend zusammen: „Das Gefühl der Bürger, wir helfen mit und denken mit, war stark. Jetzt haben wir ein Bad nach Wunsch der Bürger. Alle konnten mitdenken, eigene Überlegungen einbringen und mithelfen. Ein großartiges Erlebnis. Gottmadingen kann stolz auf seine Bürgerschaft sein.“

Prozess

  • Vorbereitung durch Lenkungsgruppe
  • Bäderfahrt mit Bürgern
  • Bürgerworkshop als Basis für Pflichtenheft
  • Mehrfachbeauftragung von Architekturbüros
  • Bürgerworkshop zur Bewertung der Entwürfe
  • Bürgerbefragung zur Abstimmung
  • Ergebniskonferenz

Weitere Informationen

eNewsletter Netzwerk Bürgerbeteiligung 03/2014 zum Höhenfreibad Gottmadingen

Wie gestalten wir unsere Zukunft, wenn wir weniger, älter und bunter werden?

Der demografische Wandel mit seinen Folgen ist in der Region Schwarzwald-Baar deutlich zu spüren: Es gibt zunehmend mehr alte und gleichzeitig weniger junge Menschen.

Was bedeutet das für die Daseinsvorsorge, das heißt für die Infrastruktur, Kindergärten und Schulen, ambulante Pflegedienste, ärztliche Versorgung, für die Einkaufsmöglichkeiten und den Wirtschaftsstandort?

Um den demografischen Wandel positiv zu gestalten, hat die Landkreisverwaltung gemeinsam mit den Städten, Gemeinden, Bürgern und weiteren Akteuren die Demografie-Strategie erarbeitet.

Was haben wir erreicht?

Die Bürger bekamen zum ersten Mal die Gelegenheit, die Demografie-Strategie des Landkreises direkt zu beeinflussen. Das im Rahmen der Bürgerbeteiligung bearbeitete Strategiepapier hat der Kreistag einstimmig verabschiedet. Eine Veranstaltung zum Monitoring alle zwei Jahre begleitet die Umsetzung der Demografie-Strategie.

„Wir haben es geschafft, dass sich auch Personen aktiv beteiligt haben, die bislang noch nicht im Sinne bürgerschaftlichen Engagements tätig waren“, erklärte Ulrike Gfrörer, Sozialplanerin des Schwarzwald-Baar-Kreises.

Der Staatsanzeiger Baden-Württemberg hat das beispielhafte Vorgehen mit dem ersten Platz beim landesweiten Wettbewerb „Leuchttürme der Bürgerbeteiligung“ ausgezeichnet.

Prozess

  • Interner Workshop der Landkreisverwaltung
  • Konferenz mit wichtigen Partnern
  • Information in der Bürgermeisterrunde und im Kreistag
  • Drei parallele Veranstaltungen mit Bürgern aus 20 Kreisgemeinden
  • Dokumentation und Aufbereitung der Ergebnisse
  • Beschluss der Demografie-Strategie im Kreistag
  • Alle zwei Jahre Monitoring der Ergebnisse

Weitere Informationen

Schwarzwald-Baar-Kreis: Demografie-Strategie

Befürworter und Gegner arbeiten zusammen

Seit Dezember 2016 steht in Rottweil der Testtturm von Thyssen-Krupp, das mit 246 Metern höchste Gebäude in Baden-Württemberg. Derzeit diskutiert die Stadt über den Bau einer Fußgängerhängebrücke zwischen dem Turm und dem historischen Stadtkern. Die Brücke wäre eine der weltweit längsten Hängebrücken für Fußgänger und könnte die Stadt für Einwohner und Besucher noch attraktiver machen. Die Stadt Rottweil hat in einer Einwohnerversammlung über das Projekt informiert und mit den Anwohnern gesprochen. Gemeinderat und Stadtverwaltung haben eine Dialoggruppe ins Leben gerufen, um den weiteren Prozess nachvollziehbar und transparent zu gestalten, und rund fünfzig Personen dazu eingeladen: Vertreter des Gemeinderats und der Behörden (z.B. Denkmalschutz), Vertreter gesellschaftlich relevanter Gruppen (z.B. Vereine, Schülervertretungen), Fachleute aus der Verwaltung, Anwohner und zufällig ausgewählte Bürger.

Was haben wir erreicht?

In drei gemeinsamen Runden in der Stadthalle hat die Dialoggruppe zur geplanten Fußgängerhängebrücke in Rottweil ihre Empfehlungen erarbeitet. Themen waren unter anderem die Eingangsbereiche, Verkehrswege, die touristische Entwicklung und ein Sicherheitskonzept. Der Gemeinderat wird das Papier bei seinen weiteren Planungen berücksichtigen.

Prozess

  • Vorbereitung in enger Abstimmung mit der Verwaltung
  • Drei Treffen der Dialoggruppe
  • Inhalte: wechselnde Kleingruppen, Bedürfnisse aus verschiedenen Perspektiven, Klärung von Fragen durch die Verwaltung, Bewertung von Chancen und Risiken der Brücke
  • Ergebnis: gemeinsam abgestimmte Empfehlungen für den Gemeinderat zur Entscheidung

Weitere Informationen

Stadt Rottweil: Fußgängerhängebrücke 

  • Ortsmitte Öhningen (2017)
  • Älter werden im Quartier (2016-2018)
  • Bürgercafé „Gailingen mobil“ (2016-2017)
  • Leitbild Tengen 2030 (2016-2017)
  • Dialoggruppe Fußgängerhängebrücke Rottweil (2016)
  • Nutzerbefragung Kinderkulturzentrum KiKuZ/Kita Raiteberg Konstanz (2016)
  • Strategie für Bürgerbeteiligung Kressbronn (2016)
  • Flüchtlinge/Neue Nachbarn Engen (2015-2016)
  • Zukunftsstadt – Quartiere von morgen (2015-2016)
  • Sanierung Eichendorffschulverbund Gottmadingen (2014-2017)
  • ZukunftsWerkStadt 2.0 – Nachhaltige Stadtentwicklung Konstanz (2014-2015)
  • Kulturgespräche zum Kulturleitbild Radolfzell (2014)
  • Workshop „Grundlagenerarbeitung Netzwerk bürgerschaftliches Engagement“ (2014)
  • Leitbildentwicklung Stadt Stein am Rhein (2013-2015)
  • Weiterentwicklung Modellschule Bildungszentrum Markdorf (2013-2014)
  • Bürgerwerkstatt und Spitzenforschung (2013)
  • Demografiestrategie für den Landkreis Schwarzwald-Baar (2013)
  • Überplanung Gewerbegebiet Billenweiher/Rheingarten (2013)
  • Grünabfallentsorgung Konstanz (2013)
  • Sanierung Höhenfreibad Gottmadingen (2013)
  • Ortsmitte Konstanz-Dettingen (2013)
  • Ortsmitte Konstanz-Litzelstetten (2013)
  • BMBF-Forschungsprojekt ZukunftsWerkStadt I für die Stadt Konstanz (2012-2013)
  • Rheinuferpark Diessenhofen-Gailingen (2008-2009)

Weitere Arbeitsfelder